Zum Inhalt springen
Pamukkale

Sebasteion — Die Galerie der Reliefs

Eine dem Kaiserkult geweihte Baugruppe aus zwei dreigeschossigen Portiken; mit ihren Marmorreliefs trägt sie ein Bildprogramm, das in der römischen Welt kaum seinesgleichen hat.

Der Aphrodite und den Kaisern geweiht

Das Sebasteion ist eine Baugruppe, die gemeinsam der Göttin Aphrodite und den julisch-claudischen Kaisern, der ersten Dynastie Roms, geweiht war. Sein Bau erstreckte sich über zwei Generationen: von etwa 20 bis 60 n. Chr., von der Regierungszeit des Tiberius bis in die des Nero.

Die Gruppe besteht aus einem Tempel korinthischer Ordnung und einer schmalen Prozessionsstraße, die auf ihn zuläuft. Zu beiden Seiten dieser rund 90 Meter langen und 14 Meter breiten Straße erhoben sich zwei lange Bauten in Form dreigeschossiger Portiken; die Reliefs bedeckten die oberen beiden Geschosse dieser Bauten.

Freigelegt wurde der Bau 1979 durch den Grabungsleiter Kenan Erim.

Das Reliefprogramm

Rund achtzig der Reliefs sind bis heute erhalten. Die Tafeln führen drei Stränge nebeneinander: mythologische Szenen, Kaiserdarstellungen, die die Ideologie des Reiches erzählen, und allegorische Figuren — darunter auch Personifikationen der dem Reich einverleibten Völker.

Dass ein römischer Kaiser an derselben Fassade und im selben Maßstab erscheint wie Götter und Heroen der Mythologie, ist der Grund, weshalb dieses Programm den Eindruck erweckt, es sei nicht in einer Provinzstadt, sondern im Zentrum des Reiches entworfen worden. Die handwerkliche Arbeit, die die Reliefs trägt, stammt von den Bildhauern der Stadt selbst.

Wo die Reliefs heute sind

Ein erheblicher Teil der Reliefs wird nicht auf dem Gelände, sondern im Museum der Stadt gezeigt; der dafür 2008 eröffnete Sevgi-Gönül-Saal präsentiert die Tafeln in einer Anordnung, die den Erhaltungsbedingungen entspricht und den Zusammenhang des Programms sichtbar macht.

Das Sebasteion besichtigt man also an zwei Stationen: das Bauwerk selbst hier, die Erzählung, die es trug, im Museum. Beides nacheinander zu sehen, ergibt ein Ganzes, das keines von beiden für sich allein vermittelt — zum Museum siehe die Seite Aphrodisias-Museum.

Weitere Seiten in diesem Abschnitt