Sebasteion — Die Galerie der Reliefs
Eine dem Kaiserkult geweihte Baugruppe aus zwei dreigeschossigen Portiken; mit ihren Marmorreliefs trägt sie ein Bildprogramm, das in der römischen Welt kaum seinesgleichen hat.
Das monumentale Tor zum heiligen Bezirk der Aphrodite; mit seinen sechzehn Säulen in Reihen zu je vier und deren gedrehten Schäften das Wahrzeichen der Stadt. Dass es heute steht, verdankt es der Rückversetzung des größten Teils seiner Steine an ihren Platz.
Das Tetrapylon, dessen Name auf Griechisch 'vier Tore' bedeutet, ist ein monumentaler Eingang, der den Übergang von der Hauptstraße der Stadt in den heiligen Bezirk des Aphroditetempels markiert. Es trägt sechzehn in vier Reihen aufgestellte Säulen; auf diesen Säulen ruhen nach allen Seiten hin bearbeitete Giebel.
Die gedrehte Kannelierung der Säulenschäfte in der vorderen Reihe ist die bekannteste Einzelheit des Bauwerks. Das pflanzliche Dekor und die figürlichen Reliefs an den Giebeln zeigen, wozu die Bildhauer der Stadt an einem Bauwerk fähig waren — in Aphrodisias ist der Stein ebenso Ausdrucksmittel wie Baustoff.
Das heute sichtbare Bauwerk ist weder eine Kopie noch ein Neubau: Es wurde durch Anastylose wieder aufgerichtet, also mit dem Verfahren, die Lage der verstreuten Steine zu bestimmen und sie an ihren Platz zurückzusetzen. Die Arbeiten begannen 1983, dauerten bis 1990, und 1991 war das Bauwerk vollendet.
Rund 85 % der Blöcke des Bauwerks sind original — der größte Teil der Steine, die Sie sehen, sind also genau jene Steine, die vor zweitausend Jahren hier gesetzt wurden.
Der Archäologe Kenan Erim, der die Grabung von 1961 bis zu seinem Tod leitete, war für die Wiederaufrichtung des Tetrapylons zugleich der Ideengeber und derjenige, der sie begleitete. Er starb am 3. November 1990, kurz vor dem Abschluss der Arbeiten.
Erim ist in Aphrodisias begraben: Sein Grab liegt östlich des Tetrapylons und besteht aus einem schlichten weißen Stein aus dem Marmorbruch der Stadt selbst. Dass ein Archäologe, der ein halbes Leben darauf verwandt hat, diese Stadt ans Licht zu bringen, neben dem von ihm aufgerichteten Tor liegt, gehört zu den stillsten Einzelheiten des Geländes.
Eine dem Kaiserkult geweihte Baugruppe aus zwei dreigeschossigen Portiken; mit ihren Marmorreliefs trägt sie ein Bildprogramm, das in der römischen Welt kaum seinesgleichen hat.
Rund 270 Meter lang, mit dreißig Sitzreihen und Platz für 30.000 Menschen; dass es an beiden Enden geschlossen ist, macht es unter den griechischen Stadien zu einem ungewöhnlichen Bau.
Das Museum, in dem die Statuen, Reliefs und Sarkophage aus der Grabung gezeigt werden; eines der seltenen Beispiele, das mitten in der Ausgrabungsstätte selbst errichtet wurde. Ein erheblicher Teil der Sebasteion-Reliefs befindet sich hier.