Die Nekropole von Hierapolis
Einer der größten antiken Friedhöfe Anatoliens; Tumuli, Sarkophage und Grabmonumente, die sich kilometerweit entlang der Ränder der Stadtstraßen erstrecken.
Warum sie so groß ist
Da Hierapolis eine Thermal- und Heilstadt war, starb ein Teil der aus allen Richtungen anreisenden Besucher und Heilungssuchenden hier und wurde in der Stadt bestattet. Dies ist der Hauptgrund für das außergewöhnliche Anwachsen der Nekropole.
Der Friedhof zieht sich kilometerweit zu beiden Seiten der in die Stadt führenden Straßen hin und beherbergt mehr als 1.200 Gräber — er ist die größte bekannte antike Nekropole Anatoliens und zählt zu den größten der griechisch-römischen Welt.
Grabformen
In der Nekropole finden sich verschiedene Grabformen aus unterschiedlichen Epochen und Gesellschaftsschichten nebeneinander: mit Erdhügeln bedeckte Tumuli, hausförmige Grabmonumente (Heroa), aus einem einzigen Steinblock gehauene Sarkophage und Familiengrabanlagen — Beispiele aus hellenistischer, römischer und byzantinischer Zeit stehen Seite an Seite.
Viele der Gräber tragen Inschriften, die den Namen und den Beruf der bestatteten Person oder Angaben zu ihrer Familie nennen. Diese Inschriften liefern wertvolle Hinweise auf das Alltagsleben und die Gesellschaftsstruktur der antiken Stadt.
Das Grab eines Kaufmanns
Die berühmteste der Inschriften gehört dem Kaufmann Flavius Zeuxis, dem Besitzer eines Grabs nahe dem Nordtor. Die Inschrift berichtet, er habe das für seine Stürme berüchtigte Kap Malea an der Peloponnes umsegelt und ganze zweiundsiebzig Fahrten nach Italien unternommen — eines der greifbarsten in Stein gemeißelten Zeugnisse des Fernhandels im römischen Osten.
Diese Inschrift von nur einem Satz verleiht den Steinmassen beim Gang durch die Nekropole eine menschliche Geschichte: Jedes Grab hier trägt den Namen und das Lebenswerk eines Menschen, der vor zweitausend Jahren lebte.
Besuch
Der dichteste Teil der Nekropole liegt am Nordausgang der Stadt, nahe den Travertinen, und lässt sich zu Fuß erkunden. Das Gelände liegt im Freien; Hut, Wasser und bequeme Schuhe werden empfohlen. Da die meisten Gräber am Straßenrand aufgereiht sind, entfaltet sich entlang der Strecke eine ununterbrochene Freiluftausstellung.
