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Pamukkale

Martyrion des Apostels Philippus

Der achteckige Bau am Ende des Weges, der von der Hauptachse der Ausgrabungsstätte abzweigt und auf den Hügel führt; die Grabungen von 2011 legten hier eine dreischiffige Kirche frei und in ihr ein weit älteres Grab.

Das Achteck auf dem Hügel

Martyrion ist die Bezeichnung für ein zu Ehren eines Heiligen errichtetes Denkmalbauwerk. Das von Hierapolis steht auf dem Hügel nordöstlich der Stadt, abseits der Hauptbesichtigungsachse; der Aufstieg dorthin erfordert einen eigenen Anstieg, weshalb die meisten Besucher das Bauwerk nie zu Gesicht bekommen.

Der Grundriss ist achteckig. Man nimmt an, dass die achteckige Form in der frühchristlichen Architektur Wiedergeburt und Ewigkeit symbolisiert; dies ist eine Deutung, das Bauwerk selbst trägt keine solche Erklärung.

Die Räume rund um das Bauwerk werden als Unterkünfte für Pilger gedeutet — das heißt, dieser Ort war nicht nur ein Denkmal, sondern ein aufgesuchtes Ziel.

Die Grabung von 2011

Lange Zeit war das Martyrion das einzige bekannte Bauwerk hier. Im Jahr 2011 wurde in seiner Nähe im Zuge der Arbeiten des italienischen Grabungsteams unter der Leitung von Francesco D'Andria eine weitere, dreischiffige Kirche freigelegt.

Die Lage der Kirche ist entscheidend: Sie wurde innerhalb eines römerzeitlichen Friedhofs um ein auf das 1. Jahrhundert n. Chr. datiertes Grab mit Kapelle herum errichtet. Die Kirche entstand also nach dem Grab und für das Grab — ein Bauwerk, das errichtet wurde, um die darunterliegende Bestattung zu schützen und sichtbar zu machen.

Der Grabungsleiter stellte dieses Grab als das Grab des Apostels Philippus vor, und der Fund wurde in der Weltpresse in diesem Sinne bekannt gegeben. Die These stützt sich auf die Lage des Grabes, seine Datierung und die Philippus-Tradition der Stadt; eine Inschrift, die unmittelbar besagt, wem das Grab gehört, wurde nicht gefunden. Deshalb sollte dies nicht als gesicherte Identität gelesen werden, sondern als eine mit stichhaltigen Gründen vorgebrachte Identifizierung.

Warum Hierapolis

Die Bedeutung von Hierapolis in der Geschichte des frühen Christentums beschränkt sich nicht auf dieses Bauwerk. Die Stadt wird mit der Überlieferung in Verbindung gebracht, dass der Apostel Philippus hier gestorben sei, und diese Überlieferung reicht bis zu antiken Quellen zurück; das Martyrion und die umliegenden Bauwerke sind die in Stein verwandelte Form dieser Überlieferung.

Zusammen mit der Tatsache betrachtet, dass Laodikeia am anderen Ende des Tals eine der Sieben Gemeinden ist, ist das Lykos-Tal eine für das frühe Christentum bedeutungsdichte Region — die ~10 km zwischen den beiden Ausgrabungsstätten verbinden nicht zwei getrennte Geschichten, sondern die beiden Enden derselben Geschichte.

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